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Der Schlosspark

Der Schlosspark


DER SCHLOSSPARK



Der zum Schloss gehörende Park wurde durch das Gebäude in einen Unter- und Oberpark aufgeteilt. Es ist eine Besonderheit, dass der Ziergarten nicht vor der Hauptfassade, sondern hinter dem Gebäude angelegt wurde, als Fortsetzung des mit Kübelpflanzen geschmückten Hofs. Der Französische Garten wurde auf Wunsch der Ehefrau Antal Grassalkovich III. in einen Englischen Landschaftsgarten umgewandelt.

Zum Schloss gehören zurzeit 26 Hektar Park, davon wurden im Jahr 2010 52.000 Quadratmeter erneuert.

 

Antal Grassalkovich I. erwarb zwischen 1723 und 1748 Gödöllõ und die umliegenden Gemeinden in mehreren Etappen. Zum Zentrum des einheitlich organisierten Grundstücks machte er das im Tal des Rákos-Bachs liegende Gödöllõ mit seinen günstigen landwirtschaftlichen Gegebenheiten. Gleichzeitig mit dem Bau des Schlosses begann er mit einer umfangreichen Siedlungsentwicklung. In deren Rahmen ließ er den Schlosspark ausgestalten, den das Gebäude in Ober- und Unterpark teilte. Der nach dem Muster von Versailles im französischen Stil angelegte Garten wurde durch den aristokratischen Geschmack, die Vermögenslage und die politische Macht gekennzeichnet. Eine Besonderheit ist, dass der Ziergarten nicht vor der Hauptfassade, sondern als Fortsetzung des von den Schlossflügeln umrahmten Innenhofs angelegt wurde. Den Hof schmückten Kübelpflanzen (Zitronen-, Orangen- und Lorbeerbäume). In der Heiligennische des Südflügels befand sich schon zur Zeit Antal Grassalkovich I. ein kleiner Wandbrunnen: die schwungvolle Barockstatue stellt eine Figur aus der griechischen Mythologie dar - den den Löwen bezwingenden Herakles. Aus dem mit Balustraden umrahmten Prunkhof führte eine Treppe in den Oberen Park, der 440 m von dem Gebäude entfernt an einem Steinzaun endete. Das Gelände zwischen den Alleen an beiden Seiten des Gartens wurde in gleichmäßige, geometrisch angelegte Blumenbeete gegliedert. In der Mitte des Gartens stand ein Springbrunnen, hinter ihm in Form geschorene Hecken und ein Labyrinth. Im nordwestlichen Teil, in dem auf dem sogenannten Krönungshügel stehenden Pavillon wurden die Portraits der ungarischen Herrscher untergebracht. Demgegenüber wurde der Schießstand zum Scheibenschießen angelegt. Der Ziergarten war auch wegen seiner in Ungarn als Rarität geltenden Pflanzen und mythologischen Statuen berühmt. Der Untere Park gliederte sich in die für die barocke Landschaftsstruktur charakteristischen, geraden, von Alleen begrenzten Straßen. Auf diesem Gebiet wurden der Gemüsegarten, das Wildgehege und die Fasanerie angelegt

Den Französischen Garten ließen Antal Grassalkovich III. (1771-1841) und seine Frau Leopoldina Eszterházy (1776-1868) nach der zeitgenössischen Mode in einen Englischen Garten (Landschaftsgarten) umgestalten. Durch Abriss der sich am Ende des Oberen Parks befindenden Steinmauer wurde das Gebiet des Parks vergrößert. Einige Elemente des Barockgartens sind erhalten geblieben (Rosskastanienallee, Krönungshügel, Schießstand), aber der neue Park spiegelte die Stimmung der Romantik und des Sentimentalismus wider anstatt Repräsentationszwecken zu dienen. Ein System leicht gebogener Wege gliederte den Park, in dem sich Lustwälder und mit botanischen Raritäten bepflanzte Blumenbeete abwechselten. Vor der Hauptfassade des Schlosses wurden im Jahre 1817 durch Stauung des Flusses Rákos auch zwei Schwanenteiche angelegt. Der Nordflügel des Gebäudes wurde 1837 um eine neue Orangerie erweitert.

Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Familie Grassalkovich (1841) war das Gut noch 9 Jahre lang unter Sequestration. Die Militärmanöver des Freiheitskampfes in den Jahren 1848-1849 hinterließen auch im Park ihre Spuren: die Orangenbäume wurden verbrannt, die Zäune wurden abgerissen und der Wildbestand verlief sich.

Nach zwei Inhaberwechseln wurden das Schloss und die Länderei im Jahre 1867 vom Staat gekauft. Das Schloss und der Park wurden als Krönungsgeschenk Franz Joseph I. (1830-1916) und der Königin Elisabeth (1837-1898) überlassen. Die kleinen Vorgärten vor der Hauptfassade standen dem König und der Königin zur persönlichen Nutzung zur Verfügung. Beide waren durch dichtbelaubte Bäume abgetrennt. Im Garten des Königs unternahm Franz Joseph I. seine täglichen Spaziergänge. Dieser Garten wirkte einfacher und weniger opulent als der Garten der Königin, in dessen farbenreiche Blumenbeete man zur Zeit des Aufenthalts von Elisabeth ihre Lieblingsblumen (Stiefmütterchen, Veilchen) pflanzte. Vor den Zimmern der Königin im Erdgeschoss wurde eine kleine Holzveranda mit Ausgang zum Garten gebaut. (Von hier ging jener Holzkorridor ab, durch den Elisabeth auch bei schlechtem Wetter in den Reitstall gelangen konnte.)

Kübelpflanzen (Orangenbäume und Yuccas) zierten den Prunkhof des Schlosses auch in der königlichen Periode. Der Landschaftscharakter des Oberen Gartens blieb erhalten. Südlich der Kastanienallee wurde der sog. „Reservé-Garten“ (Anzuchtgarten) angelegt, wo im Jahre 1870 ein Palmenhaus und im Jahre 1895 ein Glashaus erbaut wurde. Hier wurden die für den Park bestimmten Pflanzen aufgezogen, in der südwestlichen Ecke des Gartens betrieb man eine Baumschule. Am Ende der Kastanienallee stand ein prachtvoller Holzpavillon, nicht weit von ihm der 1875 erneuerte Schießplatz. Vor der Orangerie wurde eine Kegelbahn gebaut. Wenn sich die königliche Familie in Gödöllõ aufhielt, wurde der Park geschlossen, ansonsten war er zu bestimmten Öffnungszeiten dem Publikum zugänglich.

Der Untere Park wurde von einer Eisenbahnlinie, die zur Residenz des Herrschers führte, in zwei Teile geteilt. Die beiden Schwanenteiche vor der Hauptfassade wurden 1873 bzw. 1894 aufgefüllt. Die Fasanerie und das Wildgehege wurden wegen der königlichen Jagden aufrecht erhalten. Der zu dieser Zeit noch eingezäunte Untere Park war für Besucher frei zugänglich.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Schloss der Erholungsort des Reichsverwesers Miklós Horthy (1868-1957). Im Landschaftsgarten wurden in dieser Zeit (1920-1944) nur wenige Veränderungen vorgenommen. Im ehemaligen Garten der Königin wurde ein 70 Quadratmeter großer Bunker angelegt. Im Innenhof wurde ein überdimensioniertes, ringförmiges Becken mit Springbrunnen gebaut. Im inneren Teil des Parks auf einer Höhe mit dem Ende der Kastanienallee wurde 1930 ein Schwimmbecken mit einem kleinen Umkleidepavillon gebaut. Neben dem ehemaligen Gebäude des Oberhofmeisters befand sich ein Tennisplatz. (Von diesen ist heute nur noch das Schwimmbecken erhalten.)

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel der Park langsam. In dem von Unkraut übersäten, verwilderten Park siedelten sich nicht bodenständige Pflanzen an und neue Gebäude (Lager, Kindergarten) wurden errichtet. Im Jahre 1944 beschleunigte sich die Rekonstruktion des Schlosses und so konnte auch mit der Rehabilitation des Parks begonnen werden. (Das betrifft den 26,1 Hektar großen Oberen Park, der größte Teil des Unteren Parks ist heute bebautes öffentliches Gelände.) Die beiden Vorgärten vor der Hauptfassade wurden nach dem Vorbild der königlichen Periode in den Jahren 1998 und 2000 wiederhergestellt. Im Garten der Königin wurden zu dieser Zeit die überirdischen Teile des Horthy-Bunkers abgerissen.) Das aus der Horthy-Zeit stammende Becken im Prunkhof wurde abgebaut, hier wurden Zierpflastersteine verlegt und eine Balustrade gebaut. Im Oberen Park ist die Gartenstruktur des Englischen Landschaftsgartens erhalten geblieben. Sein Charakter ist durch die hundertjährigen oder älteren Bäume geprägt. Zu den wertvolleren Arten gehören der Gingkobaum, der Mammutbaum, die ungarische Esche, die Silberlinde, die Eibe, der Platanenahorn, die Flaumeiche und die Gemeine Rosskastanie. Die letzten bilden die zurzeit aus 75 Bäumen bestehende Allee, die ursprünglich bei ihrer Anpflanzung am Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Strecke der barocken Allee aus 120 Exemplaren bestand. Im hinteren Teil des Parks sind Grasflecken erhalten geblieben, die mit denen in der Umgebung von Gödöllõ zu findenden Sandsteppenschichten zu vergleichen sind. Hier wachsen geschützte Arten wie Thlaspi jankae, die Ungarische Skabiosen-Flockenblume und das Täschelkraut.

Im Park begann man mit den Reinigungsarbeiten, die nicht bodenständigen Pflanzen wurden entfernt, die kranken Bäume wurden behandelt und junge Bäume wurden gepflanzt.

Die Vorgärten und der Obere Park wurden 1998 zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Jahre 2004 wurden die Wiederherstellungsarbeiten am Pavillon auf dem Krönungshügel beendet. Im Jahre 2004 wurde im Oberen Park ein 5,2 Hektar großes Gebiet zu einem romantischen Landschaftsgarten umgestaltet.

 



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